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Der Schmetterling ~ Nr.111

Sonntag, 15. März 2026
Lernen fürs Leben Siegen e.V.

0151-5737-5277  ~  www.lfl-siegen.de

Es spricht zum Menschen-Ich,
Sich machtvoll offenbarend
Und seines Wesens Kräfte lösend,
Des Weltendaseins Werdelust:
In dich mein Leben tragend
Aus seinem Zauberbanne,
Erreiche ich mein wahres Ziel.


Wir sehen uns …

… morgen Montag um 19 Uhr bei der Mitgliederversammlung, und dann sicherlich am Freitag und/oder Samstag bei den attraktiven Schulveranstaltungen, siehe unten!

Das fliegende Klassenzimmer

nach einer Vorlage von Erich Kästner

Freitag, 20. März 2026
Samstag, 21. März 2026
jeweils um 19:00 Uhr

Rudolf Steiner Schule
Kolpingstr. 3
57072 Siegen

Wer wissen will, was es mit dem Fliegenden Klassenzimmer auf sich hat, was für ein Rolle ein alter Nichtraucherwaggon spielt, was Zivilcourage heißt und Freundschaft bedeutet, wer Martin, Johnny, Matthias, Uli und Sebastian sind und wie sich Dr. Justus Bökh und der Nichtraucher in dieses schöne Geschichte von Erich Kästner einfügen, der muss am kommenden Freitag und Samstag zum Klassenspiel der 8. Klasse kommen. Beginn der Aufführungen ist immer um 19 Uhr. Wir freuen uns auf Sie und Euch!


Schulkonzert!

Freie Waldorfschule Oberberg

Freitag, 20. März 2026
Samstag, 21. März 2026
jeweils um 18:00 Uhr.

Eintritt frei, um Spende wird gebeten!


Liebe Schulgemeinschaft,

zum diesjährigen Schulkonzert laden wir Sie ganz herzlich in die Mehrzweckhalle der FWS Oberberg ein!

Mit dem Orchester der Klassen 6-13, dem Chorprojekt der Klassen 5-8 und mit Schülerinnen und Schülern der Oberstufenklassen haben wir wieder ein abwechslungsreiches Konzertprogramm für Sie vorbereitet. Auf dem Programm stehen wieder zahlreiche Musikwünsche unserer Schülerinnen und Schüler: Dazu gehören der „Bolero“ von Maurice Ravel, die Filmmusik von „Aladdin“ aus der Feder des Komponisten-Trios Alan Menken, Benj Pasek und Justin Paul sowie ein weiteres Medley mit musikalischen Themen von „Two Steps from Hell“, die Paul Lambert uns zu einem exklusiven Arrangement zusammengefügt hat. Dazu kommt der „Blumenwalzer“ von Piotr Tschaikowsky aus der Nussknacker-Suite und Teile des „Karnevals der Tiere“ von Camille Saint-Saens. Die Schülerinnen und Schüler des Orchesters, das Chorprojekt sowie weitere Schülerinnen und Schüler der Oberstufenklassen singen schließlich gemeinsam „A Million Dreams“ – ebenfalls ein Herzenswunsch aus der Schülerschaft.

In der Konzertpause verpflegen Sie die Schülerinnen und Schüler der Klasse 13 mit Fingerfood und Kaltgetränken. Der Eintritt ist frei, wir bitten um eine Spende für den Erhalt unserer Instrumente.

Wir freuen uns auf Ihren Besuch!


Gesucht: Besondere Eltern für besondere Kinder

Die Zahl der Pflegefamilien nimmt seit Jahren ab. Auch im Oberbergischen Kreis werden Pflegeeltern für Kinder mit besonderen Bedarfen gesucht ~ berichtet oberberg-aktuell. Am Dienstag, 24. März, gibt es dazu einen Infoabend.

Ein richtiges Schulwerk tun

„Denn ein richtiges Erziehungswerk, ein richtiges Schulwerk tun, heißt zu gleicher Zeit ein ernstes, wahres Werk des Menschenfortschritts tun.“

Mit diesem Satz schloss Rudolf Steiner am 13. Januar 1921 eine Ansprache auf dem Elternabend der Stuttgarter Waldorfschule ab.

Nichts Schöneres und Sinnvolleres, als Ihnen, liebe Eltern und andere LeserInnen, in unserer „Wartezeit“ kurz zu erzählen von unseren Vorstandssitzungen. Dort lesen wir ja regelmäßig aus dem Buch „Was ist eine ‘freie’ Schule?“. Mittlerweile haben wir die inhaltsstarke Einleitung von Johannes Mosmann zum Selbstverwaltungsbegriff bewältigt und sind jetzt im Teil mit den Original-Steiner-Passagen. An das gemeinsame Lesen knüpfen sich meist lebendige Gespräche, und man geht beflügelt nach Haus, bestärkt in dem Traum, „ein richtiges Schulwerk“ und damit etwas für den „Menschenfortschritt“ tun zu wollen. Das ist viel, finden wir ~ in unserer Zeit, wo man von Monat zu Monat mehr am „Menschenfortschritt“ verzweifeln möchte.

In der genannten Ansprache warb Steiner um eine „verständnisvolle Elterngemeinschaft“, die wie ein „Wall“, ja wie die „Mauern einer Festung“ die Schule schützen sollten. Schützen wovor? Das wird nicht ausdrücklich benannt, doch Steiner schildert offensiv und selbstbewusst die wesentlichen Punkte der Waldorfpädagogik ~ wie sie eben auch gegen den Strom der Zeit schwimmt. Eine solche Schule kann nicht wie die staatlichen „geschützt durch den Staat und durch alle möglichen Autoritäten“ wirken, sie muss auf das Verständnis der Eltern aufbauen. „In dem Bewusstsein können unsere Lehrer am besten unterrichten. Wir hier lieben unsere Kinder, wir unterrichten aus Menschenverständnis und Kinderliebe heraus, und um uns herum baut sich auf eine andere Liebe, die Liebe der Eltern zu diesem unserem Schulwesen. In dieser Gemeinschaft nur können wir gegenüber dem, was heute an Unverstand und auch an bedenklicher Sittenentfaltung vorhanden ist, wirklich weiter arbeiten zu einer gedeihlichen Menschenzukunft.“ Der 1.Weltkrieg lag erst gut zwei Jahre zurück.

Steiner schildert auch, wie das Waldorschul-Kollegium „von Woche zu Woche erlebend darüber nachforscht“, wie man den Unterricht noch verbessern kann, und macht den Eltern den entscheidenden Punkt klar (weswegen diese Passage auch in dem Selbstverwaltungs-Buch steht): „Dann muss man das geistige Leben frei wissen, dann muss die Schule Selbstverwaltung haben, dann darf nicht der Lehrer ein Beamter sein; er muss vollständig sein eigener Herr sein; denn er erkennt einen erhabeneren Herren an als eine äußere Instanz, das geistige Leben selber, zu dem er in einer unmittelbaren Beziehung steht, nicht durch Schulbehörden, durch Rektoren oder Schulinspektoren oder Oberschulräte, Studienräte und so weiter hindurch. Ein wirklich freies Schulleben hat dieses direkte Inbeziehungstehen zu den Quellen des geistigen Lebens notwendig. Denn nur wenn man dieses in sich hat, kann man auch den geistigen Quell im Schulzimmer den Kindern vermitteln.“

An dieser Stelle beugt Steiner bei den Eltern noch kurz dem Missverständnis vor, die neue Schule wolle den Kindern irgendwie „Weltanschauung“ beibringen. Nein, es geht nur um das Wie des Unterrichtens; das Was ergebe sich ganz schlicht daraus, „was der Mensch wissen und können soll, wenn er sich als tüchtiger Mensch in die Zeit hineinstellen soll“. Dann schließt Steiner:

„Wir brauchen in unserer Lehrerschaft und in all denjenigen, die mit unserem Unterrichten verbunden sind, ein fortwährendes Leben in Liebe zum Lehren, in Liebe zur Kinderbehandlung. Es wird diese dadurch erreicht, dass hinter unserer Lehrerschaft und hinter allen denen, die mit unserer Schule zu tun haben, ein wirkliches, geistiges Leben steht, ein geistiges Leben, das es ehrlich und aufrichtig mit dem geistigen, dem wirtschaftlichen, dem staatlichen Aufschwung und Fortschritt der Menschheit meint. Es wird dadurch erreicht, dass diese Gesinnung des Unterrichtens, dass die Geschicklichkeit in der Unterrichtskunst, wie sie in unserer Schule wirken sollen, umgeben sind von dem Wall, den verständnisvoll uns entgegenkommende, unserer Schule in herzlicher Freundschaft zugetane Eltern bilden. Haben wir diese, dann, meine lieben Freunde, wird das Werk unserer Schule gelingen, und wir können überzeugt sein, meine lieben, verehrten Anwesenden, dass, indem wir Gutes tun an unserer Schule, an Ihren Kindern, wir auch zu gleicher Zeit ein Gutes tun an der ganzen Menschheit, wie sie sich in die Zukunft hinein entwickeln soll.“

„Vollständig sein eigener Herr“, und zwar gerade weil man einen „erhabeneren Herrn erkennt“, „direktes Inbeziehungstehen zu den Quellen des geistigen Lebens“: erneut fühlen wir uns durch diese Gedanken an Martin Luther erinnert (neben der Apfelbaum-Haltung). Wir sind keine Luther-Spezialisten und meinen es natürlich völlig über-konfessionell: aber Sie verstehen, welche Haltung wir hier wiedererkennen: die individuelle, unmittelbare Verbindung zum Geistigen, ohne Vermittlungsinstanzen des juristischen oder wirtschaftlichen Ablass-Handels. Das ist der Fortschritt seit etwa dem 15. Jahrhundert, wo Steiner bereits die Epoche der „Bewusstseinsseele“, des mündigen Menschen, anbrechen sieht. Wenn Luthers „erhabenerer Herr“ der christliche Gott mit seinem Heilsversprechen ist, so orientiert sich das Modell Waldorfschule am „wirklichen geistigen Leben“, das individuell und kollegial gepflegt wird. Eine erstaunliche Parallele, über die niemand zu erschrecken braucht, weil sie ja nicht alternativ gemeint ist, sondern verschiedene Ausprägungen dieses fundamentalen Bewusstseinswandels kennzeichnet. Und wie auch immer sich das Verhältnis zur „weltlichen Obrigkeit“ gestaltet (Luthers herbe Stellungnahme zum Bauernkrieg berührt einen schmerzlich) ~ der Quell, aus dem „ehrlich und aufrichtig zum geistigen, zum wirtschaftlichen, zum staatlichen Aufschwung und Fortschritt der Menschheit“ beigetragen werden kann, kann heute nur noch das unvermittelte Geistesleben selbst sein.


www.lfl-siegen.de  


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