|
|
Der Schmetterling ~ Nr.105
Sonntag, 1. Februar 2026 Lernen fürs Leben Siegen e.V.
|
Ergreifend neue Sinnesreize
Erfüllet Seelenklarheit,
Eingedenk vollzogner Geistgeburt,
Verwirrend sprossend Weltenwerden
Mit meines Denkens Schöpferwillen.
erWACHSEN&WERDEN
Wenn der Schmetterlings-Sonntag auf den Ersten eines geraden Monats trifft, haben wir doppeltes Glück, denn die erWACHSEN&WERDEN (Zeitschrift zur Pädagogik Rudolf Steiners) erscheint immer akkurat an diesem Ersten. Wie immer stellen wir das pdf-Heft unter Aktuelles online, empfehlen aber auch die Printausgabe, die Sie unter obigem Link abonnieren können.
Wir kennen bisher auch nur das Editorial und sind gespannt. Das Heft kreist wohl teilweise um das Thema: Wo tun wir als Pädagogen gut daran, klassische Traditionen des Bildungssystems aufzugeben ~ und andere, freiere, auszuprobierende Lernformen zu entwickeln. Das ist einmal mehr der Punkt, wo wir uns klar werden und es gern klar machen wollen: Wir als Waldorf-Förderschule waren und sind in einer etwas anderen Lage. Wir haben uns zwar selbstverständlich immer im staatlichen Rahmen bewegt (siehe Deputatsstunden, Stundenpläne, Schulpflicht überhaupt, etc. etc.), aber hatten eigentlich nicht das Gefühl, wir würden uns „an das Bildungssystem anlehnen“. Der Rahmen war (und wird hoffentlich sein) frei genug, dass wir unsern Lernort und unsere Sozialformen (Klassenaufbau etc.) so verwirklichen können, wie wir es gut finden. Das ist wichtig zu betonen. Wir haben sogar von einer „Neuentdeckung des Lernortes Schulstube“ gesprochen, und meinten damit den gerade für unsere Kinder nötigen verlässlichen physischen und menschlichen Raum, der intensive pädagogische Begegnung ermöglicht. Denn diese Begegnung macht nach Steiner „neun Zehntel“ von Schule aus. Es war und ist Zukunftsmusik, „Lehrfähigkeiten zu entwickeln, die heute noch in der Menschheit schlafen“.
Also: Wir sind gespannt!
Bauernhofzwerge
Das natürpädagogische Angebot für Kinder im Alter von 4-7 Jahren auf Hof Schützenkamp geht im neuen Jahr weiter ~ siehe Plakat oder Website!
Was erwartet euch?
In unseren Handlungspädagogik-Angeboten dreht sich alles um das Entdecken, Erleben und Mitgestalten der Natur. Die Kinder dürfen aktiv an verschiedenen aufregenden Aktivitäten teilnehmen, wie zum Beispiel:
- Tiere füttern und kennenlernen
- Gemüse anbauen und ernten
- backen mit frisch gemahlenem Mehl*
- Kreativangebote mit natürlichen Materialien
Wann?
Unser Programm findet in Jahreszeitenblöcken statt und findet jeden Mittwoch von 15:30 - 17:00 Uhr statt.
Ihr könnt zu jedem Block neu einsteigen!
Wer kann teilnehmen?
Alle Kinder im Alter von 4-7 Jahren. Hier ist alles erlaubt: Spielen, Lachen, Lernen und vor allem - jede Menge Spaß!
Meldet euch an
Die Plätze sind limitiert, also schnell sein lohnt sich! Schreibt uns einfach eine Nachricht oder ruft uns an! Wir freuen uns darauf, viele neugierige kleine Abenteurer auf unserem Bauernhof willkommen zu heißen!
Der Schlaf des kleinen Kindes

schlafkongress-koeln.de
Durchwachte Nächte, müde am Morgen, Mittagsschlaf ade? Der Mensch lernt Schlafen. Wir widmen uns dem spannenden Entwicklungsthema Schlaf. Wie viel ist nötig? Wann ist es gut? Wie gelingt entspanntes Einschlafen?
Diesen Fragen, die junge Eltern ebenso umtreiben wie sie BetreuerInnen und PädagogInnen in Kitas beschäftigen, widmet sich der
Schlafkongress Köln 2026
Samstag 21. Februar 2026, 09:30–16:30 (präsent)
Samstag 28. Februar 2026, 09:30–16:30 (online)
Der aus vielen Disziplinen kompetent besetzte Kongress richtet sich an Eltern und Familien, Fachkräfte in allen Formen der Kinderbetreuung sowie Interessierte. Er ist eine Gemeinschaftsarbeit vom Freien Bildungswerk Rheinland und dem Seminar für Waldorfpädagogik Köln.
Programm und Anmeldung auf der Website: schlafkongress-koeln.de.
Flügelschläge
- „Frau Holle“ ~ unsere PuppenspielerInnen zeigten letzten Sonntag in der Christengemeinschaft das Märchen von der Frau mit den großen Zähnen. Wer es noch nicht gesehen hat, kann am Freitag, 6. Februar 2026, 10.30 oder 11.30 Uhr dazukommen, wenn wir es zwei Kindergarten-Gruppen präsentieren (original nach den Brüdern Grimm, ca. 20 Minuten, in der Christengemeinschaft Siegen).
Apropos: Wer die Leidenschaft fürs Marionettenspiel teilt (oder entwickeln will) und unsere Spielschar verstärken und verjüngen mag ~ der melde sich!
Nochmal apropos: Immer wieder stellen wir fest, dass es Leute gibt, die das unvergleichliche Stück „Über das Marionettentheater“ von Heinrich von Kleist noch nicht gelesen haben. Holen Sie es nach! Die kurze, aber enorm gehaltvolle Anekdote heitert einen auf ~ sogar wenn man „Marionetten-Theater“ metaphorisch nimmt und im Weltgeschehen Fremdsteuerung wittert. Wer sich z.B. schwertut mit dem Erleben unserer Demokratie als „Spanischer Wand“, hinter welcher die wirklichen Spieler agieren, der braucht nicht in Sarkasmus zu versinken, sondern kann sich daran erfrischen, wie Kleist auf der Reise durch die „ringförmige Welt“ zwischen Gott und Gliederpuppen Anmut erlebt.
- Einen gut recherchierten Artikel über die Lage der durchs Bundesverwaltungsgericht bemängelten Lehreranerkennung an Privatschulen in NRW (wir berichteten im November) finden Sie hier ~ aus Perspektive der Waldorfschule Neuenrade, die ja auch in der Nachbarschaft gelegen ist.
Die Bevorzugung der staatlichen Schulen, die der Kollege in der Lehrergenehmigungspraxis wahrnimmt, scheint mit eigenen Eindrücken übereinzustimmen. Nicht dass wir es den andern missgönnen, im Gegenteil: freizügigere Regelungen würden unserm allgemeinen Schul-Notstand sicherlich ein Stück weit abhelfen. Nun, darüber bräuchte man sich natürlich keine Gedanken zu machen, wenn man im Sinne der Sozialen Dreigliederung ein freies Schulwesen hätte. „Fahrradkette!“, gewiss; doch das Thema klopft ja unwillkürlich an: „Doch wer prüft, wie viele und welche Qualifikationen die Prüfer haben?“ Vielleicht die Prüfer der Prüfer der Prüfer …?
Die Schärfe, mit der der Kollege es als „Berufsverbot“ bezeichnet, wenn ein zweimalig durchs Staatsexamen gefallener Anwärter dauerhaft vom Beruf ausgeschlossen bleibt, obwohl er vielleicht „wunderbar unterrichten“ könne, muss man nicht teilen. Andererseits: bei der vorletzten Vorstandssitzung stießen wir überraschenderweise auf die Frage, was es mit unserer Gesellschaft macht, wenn viele Menschen sich mit ihren tiefsten Fähigkeiten und Interessen nicht wirklich einbringen können, weil es ohne ein „freies Geistesleben“ keine angemessenen Wege des Sich-Bewährens gibt … Vielleicht kommen wir darauf zurück …
- Zum permanenten Thema „Medien / Digitalisierung“ gehört auch ein Projekt der letzte Woche erwähnten Software AG - Stiftung mit dem Fokus auf Waldorfkindergärten und dem Ziel: „Medienmündig werden“. Man kann nur zustimmen: „Anstelle einseitiger Verteufelung ist eine kritisch-balancierte Haltung gefragt.“ Wo Rudolf Steiner den technischen Fortschritt und die dadurch bedingten Veränderungen im menschlich-sozialen Bereich thematisierte (mit erstaunlich zutreffenden Prophezeiungen), ist er stets dem Missverständnis entgegengetreten, den „Fortschritt“ etwa aufhalten zu wollen. Es geht in der Tat um „kritische Balance“, wozu eben vor allem das Erkennen gehört ~ z.B. das Unterscheidungsvermögen zwischen Philanthropie, Erfindergeist, „Besessenheit“ (eine bei Steiner oft vorkommende Charakterisierung) und knallharten „wirtschaftlichen“ Interessen (siehe auch letzte Woche).
- Die Aurelia Stiftung („Fürsprecherin der Bienen“) befürchtet unbegrenzte Zulassungen von Ackergiften durch von der EU geplante Deregulierungen.
- Einen Vortrag „Die Religion Zarathustras und der Organismus der Weltreligionen“ durch Martin Thiele, Priester in Zülpich, gibt es am Dienstag 10. Februar 2026, 19 Uhr in der Christengemeinschaft in Siegen.